Bodenarbeit. Was steckt dahinter – macht sie wirklich Sinn

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Bodenarbeit. Was steckt dahinter – macht sie wirklich Sinn?

„Bodenarbeit, so ein Rumgespiele brauche ich nicht – wurde früher doch auch nie gemacht! Die Dinger gehören geritten!“ Solche oder ähnliche Sprüche muss man sich auch heute noch immer anhören, wenn man sein Pferd an der Hand arbeitet. Ist das wirklich so oder macht es Sinn, Pferde vom Boden aus zu arbeiten?

Zunächst muss man einmal betrachten, wie alt Bodenarbeit eigentlich schon ist. Bereits Xenophon (430 bis 350 v.Chr.) wusste gleichermaßen um die Arbeit mit Pferden am Boden wie unter dem Reiter, um diese auf ihren Einsatz im Kampf vorzubereiten und gelassener zu machen. Auch die Arbeit am Langzügel ist eine uralte und klassische Methode, Pferde auf ihre Arbeit unter dem Sattel vorzubereiten. Hierbei stehen ohne Zweifel Gymnastizierung und Nachgiebigkeit im absoluten Vordergrund. Auch die Arbeit mit der Doppellonge oder das Fahren vom Boden aus sind als vorbereitendes Training auf die Lektionen und Manöver als Reit- oder Kutschpferd anzusehen. Ende des 16. Jahrhundert war es Antoine de Pluvinel (*1555 †1620), Reitmeister, Erfinder (bzw. Wiederentdecker) der Pilare und Reitlehrer von Ludwig XIII., der sich mit gewaltfreier Ausbildung von Pferden beschäftigte. Er war schon damals der Ansicht, dass das Pferd durch Verständnis für seinen Charakter, Lob und Geduld auch ohne Gewalt zur Mitarbeit gebracht werden könne. Diese Art der Ausbildung sollte aber auch dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu stärken und das Leben zu verlängern. Zwei Zitate aus seinem Buch Le Manege Royal zeigen deutlich seine Einstellung zum Pferd: „Das Pferd muss selber Freude an der Reitbahn haben, sonst wird dem Reiter nichts mit Anmut gelingen.“ Und: „Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft der Früchte, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist.“

Schon diese zwei Beispiele zeigen auf, wie alt die Arbeit mit Pferden am Boden und an der Hand schon ist. Und damit ist nicht nur die klassische Handarbeit zu Gymanstizierung gemeint. Die Arbeit am Boden ist Vielfältig und sicher für alle Reitweisen und alle Pferderassen ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Vor allem aber auch, wenn es um die Beziehung des Pferdes zum Menschen geht. Schlagwörter wie Vertrauen, Horsemanship, Distanz oder auch Dominaz fallen hier immer wieder. Auch Angstbewältigung ist ein Thema bei der Bodenarbeit. Dass es mittlerweile durch mehr Einblicke in die Pferdepsyche, ausgefeiltere (und wissenschaftlich fundierte) Trainingsmethoden, oftmals auch Kombinationen aus Horsemanship, Gymnastizierung und Vertrauensarbeit, sind, die in das Training einfließen, würde Antoine de Pluvinel oder Xenophon sicher Freude bereiten. 

Welche verschieden Bereiche es gibt, Tipps zu Übungen findet Ihr in Zuzkunft in verschieden Berichten hier auf unserer Erlebnisseite.

Euer Tom

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